Grundlage
Brustkrebs ist in Deutschland die häufigste Krebskrankheit bei Frauen. Jährlich erkranken in Deutschland etwa 55.000 Frauen an Brustkrebs. Frauen sind bei der Diagnose im Durchschnitt 63 Jahre alt. Internationale Studien haben gezeigt: Ein Programm zur Früherkennung von Brustkrebs durch Mammographie für die Altersgruppe der 50 bis 69jährigen Frauen, das so genannte Mammographie-Screening, kann die Sterblichkeit an Brustkrebs deutlich senken. Voraussetzung ist die hohe Qualität des Programms.
Aus diesem Grunde hat der Deutsche Bundestag im Juni 2002 sich einstimmig dafür ausgesprochen, ein flächendeckendes Mammographie-Screening einzuführen, und zwar auf Grundlage der Europäischen Leitlinien für die Qualitätssicherung des Mammographie-Screenings. Im Januar 2004 sind die entsprechenden Richtlinien zur Einführung des Screenings in Kraft getreten.
Danach haben alle Frauen zwischen 50 und 69 Jahre Anspruch auf eine Mammographie-Screening-Untersuchung. Alle Frauen dieser Altersgruppe werden anhand von Meldedaten im Abstand von zwei Jahren regelmäßig schriftlich eingeladen.
Die Mammographie ist die primäre diagnostische Methode des Screening-Programms. Eine eventuell notwendige Ergänzung durch Ultraschall sowie Vergrößerungsaufnahmen gehören nicht zur Standarduntersuchung, werden aber im Verdachtsfall vorgenommen.
Im Raum Bonn wurde für diese Untersuchung das Mammographie-Screening- Zentrum Bonn Rhein-Sieg Euskirchen nach den Vorgaben des Bundesmantelvertrags und den Brustkrebsfrüherkennungsrichtlinien aufgebaut und zertifiziert.
Regionale Umsetzung
Die Mammographie-Screening-Einheit Bonn Rhein-Sieg Euskirchen ist ein Gemeinschaftsprojekt, an dem sieben radiologische Praxen beteiligt sind, und wird von zwei Programmverantwortliche Ärztinnen Frau Dr. med. Susanne Löhers und Frau Dr. med. Janine Riemenschneider geleitet. Das Mammographie-Zentrum verfügt nicht nur über 2 verkehrsgünstig gelegene Mammographiestandorte in Bonn und Siegburg sondern auch über eine mobile Untersuchungs-Einheit, ein sogenanntes Mammobil, welches den anspruchsberechtigten Frauen aus den ländlichen Bereichen eine wohnortnahe Teilnahme an dem qualitätsgesicherten Früherkennungsprogramm ermöglicht.
Die Gesamtorganisation erfolgt vom Standort Bonn aus. Von hier aus werden die freien Kapazitäten der zentralen Stelle gemeldet, die Einladungen koordiniert, Frauen und Ärzte informiert und Dokumentation und Abrechnung durchgeführt.
Technische Ausstattung
Die Mammographie- und Abklärungs-Einheit Bonn, die Mammographie-Einheit Siegburg und Mammographie-Einheit Mammobil verfügen über den höchsten technischen Qualitätsstandart: an jedem der drei Standorte stehen volldigitale Mammographie-Geräte für die Untersuchungen zur Verfügung. Die Standorte Bonn und Siegburg sind darüber hinaus mit Workstations zur Doppelbefundung ausgerüstet. Die Screening Einheit Bonn Rhein - Sieg Euskirchen hat auch externe Befundungsstationen in Praxen in St. Augustin, Troisdorf, Bonn und Bad Honnef mit eingebunden, an denen extra für das Programm geschulte und zertifizierte Befunder befunden.
Am Bonner Mammographie Standort wird die komplette Abklärungsdiagnostik durchgeführt, darunter fallen die Ultraschalluntersuchungen einschließlich ultraschallgestützter Stanzbiopsien, die mit einem Ultraschallgerät der höchsten Qualitätsstufe durchgeführt werden. Des Weiteren werden in Bonn im Rahmen der Abklärungsdiagnostik die Vergrößerungsaufnahmen bei unklaren Befunden veranlasst.
In kooperierenden Praxen in Troisdorf, Bonn und in einem kooperierenden Krankenhaus in Euskirchen werden Vakuumstanzbiopsien von speziell für das Brustkrebsfrüherkennungsprogramm zertifizierten Radiologen durchgeführt.
Des Weiteren arbeitet die Mammographie-Screening Einheit mit den regionalen Brustzentren, den ortsansässigen Praxen für radiologische Diagnostik sowie dem Institut für Pathologie Bonn-Duisdorf eng zusammen.





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