
Kongress internationaler Experten beschäftigt sich mit neuen Untersuchungsformen
Mit den detaillierten Aufnahmen der Magnetresonanztomograpghie (MRT) kann Brustkrebs früher erkannt werden als bisher. Markus Müller-Schimpfle, Chefarzt des Instituts für Radiologie am Klinikum Höchst, weist aber darauf hin, dass die Ergebnisse des äußerst empfindlichen Diagnoseverfahrens “ein höheres Maß an Frauen erschrecken” könne. Denn nicht bei allen Auffälligkeiten im Brustgewebe, die man auf den Aufnahmen des MRT sehen könne, müsse es sich um Krebs handeln.
Um den Einsatz der Magnetresonanztomographie zur Diagnose von Brustkrebs zu vereinheitlichen, hat er Kollegen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz für Samstag nach Frankfurt eingeladen. 480 Spezialisten der Radiologie, der Gynäkologie und der Pathologie haben nach seinen Angaben ihr Kommen angekündigt. Es sei wichtig, einen Weg zu finden, bewährte Diagnoseverfahren wie den Ultraschall oder die Röntgen-Mammografie mit den Erkenntnissen des MRTs zu verbinden, erklärt Volker Möbus, Chefarzt der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe am Klinikum Höchst. Er arbeitet im Brustzentrum des Klinikums eng mit Müller-Schimpfle zusammen. Beide Ärzte sind der Meinung, dass die bestmögliche Behandlung der Patientinnen nur gewährleistet werden kann, wenn die Erkenntnisse aus radiologischen Untersuchungen von den behandelnden Gynäkologen richtig interpretiert würden. Die Bilder der MRT böten sich besonders für die regelmäßige Diagnose bei sogenannten Hochrisikopatientinnen an – Frauen, deren Risiko, an Brustkrebs zu erkranken, aufgrund familiärer Vorbelastung und Gendefekten deutlich erhöht ist. Da bei der Aufnahme durch das MRT die Bilder in einem Magnetfeld erzeugt werden, wird die Patientin nicht durch Strahlung belastet.
Ärzte raten allen Frauen vom 50. Lebensjahr an zu einer jährlichen Untersuchung der Brust. Die MRT soll die bestehenden Diagnoseverfahren erweitern; die Röntgen-Mammographie und der Ultraschall müssten aber weiterhin fester Bestandteil der Untersuchungen der Mammadiagnostik bleiben, bekräftigt Müller-Schimpfle.