Das Mammobil ist eine Bereicherung

Fachärztin Janine Riemenschneider über das Krebsvorsorge-Screening, das gerade in Rheinbach Station macht

RHEINBACH. Seit Februar 2008 rollt das Mammobil zur Früherkennung von Brustkrebs durch den Rhein-Sieg-Kreis und den Kreis Euskirchen. Erstmals macht es auch Halt in Rheinbach – und der Zuspruch ist groß. Über die Bedeutung des Mammographie-Screenings sprach die Ärztin Janine Riemenschneider mit Inga Thulfaut.

Was genau ist die Mammographie-Screening-Einheit Bonn/ Rhein-Sieg/Euskirchen, an welche Zielgruppe wendet sie sich?

Janine Riemenschneider: Wir sind eines von bundesweit 94 Screening-Zentren, die sich nach dem Bundestagsbeschluss von 2002 zur Einführung eines flächendeckenden Mammographie-Screenings formiert haben. Es handelt sich um eine Röntgen-Reihenuntersuchung der Brust, zu der Frauen zwischen 50 und 69 Jahren alle zwei Jahre von einer sogenannten Zentralen Stelle eingeladen werden. Die Kosten trägt die Krankenkasse. Eine Praxisgebühr fällt nicht an.

Bevorzugen die Frauen für die Untersuchung den festen Standort Bonn oder das Mammobil?

Riemenschneider: Das Mammobil stellt eine große Bereicherung dar: In Rheinbach zum Beispiel nutzen gerade rund 80 Prozent der Eingeladenen den Service vor Ort, während sie unseren Einladungen nach Bonn früher weit seltener gefolgt sind. Insofern liegen wir mit der ständigen Ausweitung der Route eindeutig richtig, auch wenn es manchmal Orte gibt, die sich solch modernen Möglichkeiten verschließen. Mancherorts erreichen wir dann trotz intensiver Aufklärung nur 20 Prozent.

Steckt dahinter Misstrauen gegenüber der Technik auf so kleinem Raum?

Riemenschneider: Vielleicht. Dabei entspricht das Mammobil höchsten Qualitätsanforderungen, und die Geräte werden täglich überprüft. Alle Mitarbeiter sind geschult, sowohl am festen Standort wie auch im Mammobil.

Wie läuft das Screening konkret ab?

Riemenschneider: Die eingeladenen Frauen bekommen einen konkreten Terminvorschlag, den sie aber auch abändern können. Dann erfolgt die kurze Röntgenuntersuchung der Brust im Mammobil. Die Aufnahmen werden anschließend von zwei Ärzten beurteilt. Es gibt etwa sieben Prozent abklärungsbedürftige Befunde; solche weitere Diagnostik findet dann bei uns in Bonn statt.

Quelle: Inga Thulfaut, General-Anzeiger vom 04.05.2011